Kultur hält zusammen – Ergebnisse

Die Dorit & Alexander Otto Stiftung hat unter dem Motto »Kultur hält zusammen« gemeinsam mit der Hamburgischen Kulturstiftung einen Hilfsfonds für freie Künstler*innen initiiert und dafür 1 Million Euro zur Verfügung gestellt. In zwei Förderrunden konnten 2020/21 insgesamt 405 Künstler*innen unterstützt werden. Gefördert wurden Künstler*innen und Gruppen aller Sparten, die sich mit ganz unterschiedlichen Ideen beworben hatten. Die finanzielle Unterstützung ermöglichte ihnen, in der Corona-Situation weiter zu arbeiten und ihre Vorhaben sichtbar zu machen. Einen Einblick in die Bandbreite der geförderten Projekte bekommen Sie auf dieser Seite.

  • Die Ragtime Bandits spielen für die Bewohner*innen eines Altenheims © Ragtime Bandits

  • Das Ponticulus Quartett spielt Gartenzaunkonzerte für Kita-Kinder © Julian Sahm

  • Višnja Sretenovic archiviert Bilder und Geschichten des ehemaligen Frauenlagers auf der Insel Sveti Grgur © Simon Bucan

  • Verena Issels Installation visualisiert die nervigen Situationen, die die Bewohner*innen in Zeiten der Pandemie unverhofft vermissen © Fred Dott

  • »Das Dschungelbuch« in der Online-Inszenierung vom Tournee Theater Hamburg © Anja Beutler/Tournee Theater Hamburg

  • Simon Hehemanns Betonskulpturen zieren den Rand des Wanderwegs © Simon Hehemann

  • Zwei Tänzer*innen performen zu dem »Karo-Remix« des Komponisten Carlos Andrés Rico @ Jewgeni Roppel

  • Das Trio Capella Mobile ist mit dem MusikMobil-Bühnenwagen musikalisch unterwegs © Matthias Broman

  • Mit der Performance »Exposing Boxes« thematisierte Anna Mieves in der HafenCity Arbeit und logistische Vorgänge © Maik Gräf

Geförderte Projekte (Auswahl)

Die Regisseurin, Performancekünstlerin und Schauspielerin Višnja Sretenovic bereitet mit »Silent Stories« die Geschichte der kroatischen Gefängnisinsel Sveti Grgur auf, die in der Zeit des Kommunismus im ehemaligen Jugoslawien als Straflager für Frauen diente. Mit ihrem digitalen Archiv möchte sie an die in Vergessenheit geratenen inhaftierten Frauen erinnern, die aus Angst vor Stigmatisierung nicht öffentlich über ihr Schicksal berichteten.

Das Musikalbum »Karo-Remix« basiert auf Improvisationen zwischen dem Komponisten Carlos Andrés Rico und seinen Nachbarn im Karolinenviertel. Nach der Aufnahme haben Tänzer*innen in der Nachbarschaft zu den Kompositionen performt, was zu einem regen Austausch führte.

Als Capella Mobile fuhr das Trio aus den Geigerinnen Sophie Thiessen und Isabel Würdinger sowie Hila Karni am Violoncello mit seinem MusikMobil-Bühnenwagen zu mehreren Orten in Hamburg und Umgebung und bespielte diese mit abwechslungsreicher Musik, von den Beatles bis Bach.

In der vierwöchigen Bewegungsrecherche »That Lil White Dress« widmete sich der Choreograf und Tänzer Marcelo Doño seinem geschlechtsspezifischen Ausdruck sowie der Untersuchung und Dekonstruktion von gesellschaftlichen Geschlechternormen.

Das Tournee Theater Hamburg hat den Klassiker »Das Dschungelbuch« nach Rudyard Kipling neu interpretiert, aufgezeichnet und online für zahlreiche Hamburger Grundschulen zugänglich gemacht.

Der Künstler Simon Hehemann reagiert mit seiner künstlerischen Arbeit »Walkdowns« unmittelbar auf die Pandemie und das damit verbundene steigende Aufkommen an Spaziergänger*innen und Freizeitsportler*innen. Zusammen mit seinem Bruder Hannes Hehemann schuf er hüfthohe Betonskulpturen und stellte diese am Wanderweg am Flughafen auf. Die Skulpturen erinnern an Steinmännchen, die als Wegmarkierung eine Orientierungshilfe bieten und gleichzeitig an Pestsäulen, die der schweren Zeit mit dieser Krankheit gedenken.

Mit dem Podcast »Glücklich leben – sterben lernen« bringt Jörn-Uwe Wulf seine Ohlsdorfer Märchenspaziergänge zu den Menschen nachhause. In mehreren Folgen erzählt er verschiedenste ausgefallene, lustige und melancholische Märchen, die sich mit einem glücklichen Leben und seinem Ende befassen. Jörn-Uwe Wulf wird von der Idee geleitet, dass man für ein glückliches Leben sterben lernen muss.

Die Musikerin Kat Wulff hat das Kreativbuch »Tor zu Welt« entworfen. Das liebevoll illustrierte Buch enthält Songtext, Noten, Ausmalbilder und eine Rallye durch Hamburg in Form eines Brettspiels und ist für Kinder zwischen 5 bis 11 Jahren ausgelegt.

Die Installation »What I Never Thought (umfragebasiertes Neonbett)« der Künstlerin Verena Issel am Kunstverein Springhornhof in Neuenkirchen beruht auf einer Umfrage über eigentlich nervige Situationen, die man in Zeiten der Pandemie doch vermisst. Verena Issel fragte die Bewohner*innen des Heidedorfs und die Mitglieder des ländlichen Kunstvereins über E-Mail, Facebook und per Zeitungsaufruf nach ihren Antworten.

Bei der Aktion SUPERPOWER des Kollektivs »wirvier« geht es um die Beteiligung in Kontexten unserer sozialen und politischen Lebensgestaltung. Die Künstler*innen möchten mit dem Stilmittel der Superkräfte Wünsche und Sehnsüchte, die Menschen in sich tragen sichtbar machen. Per Briefwahl begann eine erste Erhebung des Superkräfteamts für Menschen in Altona. Die Ergebnisse sehen Sie hier.

Jan Paul Werge und Larissa Potapov wollen mit ihrer Webserie »quarantula!« Halt geben und Haltung zeigen. Mit musikalischer und tänzerischer Improvisation porträtieren sie die aktuelle Stimmungslage ihrer Umgebung. Gefühlen wie Angst, Hoffnung, Einsamkeit oder Wut geben sie eine Bühne, während auch sie davon betroffen sind, dass Theater geschlossen bleiben.

Die Ragtime Bandits bringen mit ihren »Mini-Dixieland-Konzerten« Musik zu den Altenheimen. Als mobiles Blasorchester sind sie unterwegs und spielen in den Gärten für die Bewohner*innen.

Das Ponticulus Quartett hat »Gartenzaunkonzerte für Kitas« konzipiert. Mit den Konzerten erzählten sie den Kindern eine Geschichte und regen an diese Weiterzudenken. Dabei wechseln sich Musik und Textpassagen aus dem Kinderbuch »Die Wichtelkinder« von Elsa Beskow ab.

Der Theaterschauspieler- und Regisseur Ben Daniel Jöhnk spricht in seinem Podcast über die neuen und ungeahnten Herausforderungen als alleinerziehender Vater in der Corona-Pandemie – von dem meistern anspruchsvoller Situationen bis zu dem Versuch Jugendliche in Zeiten von Homeschooling zum Lernen zu motivieren.

Mit »Himlet« erschaffen Johannes Fast und Torben Föllmer ein Objekttheater auf dem Küchentisch. Mit Alltagsgegenständen und vor allem Lebensmitteln wollen sie das Theaterstück Hamlet zur Aufführung bringen.

Jörn-Peter Boll bringt Texte aller Art in die Form eines Songs. Er bringt sein bekanntes Format das »Liedermacherlabor« ins Netz und streamt seine Kompositionen aus den Kommentaren der Zuschauer*innen als kleines Konzert.

Die Tüdelband macht Musik auf Plattdeutsch. Damit auch Menschen mit wenig Internetaffinität oder -zugang, zum Beispiel im Krankenhaus oder in Pflegeinrichtungen, weiterhin am kulturellen Leben teilhaben können, haben sie das »Tüdel-Phon« ins Leben gerufen. Einfach Nummer wählen und entspannt dem wöchentlich wechselenden Hörspiel lauschen.